Tillandsien Pflege
Keine andere Pflanze ist so abhängig von ihrem Umgebungsklima wie die Tillandsie. Jede andere Zimmerpflanze ist zunächst von der Qualität des Substrates abhängig, in das sie gepflanzt wurde, ferner vom Licht und schließlich von der Wärme. Bei der Tillandsie sind alle drei Faktoren gleichermaßen wichtig. Aus subtropischen Klimaten stammende Tillandsien bevorzugen Temperaturen von 5 bis 3 °C bis zu 30°C, tropische Arten benötigen 20 bis maximal 45°C. Da Tillandsien sehr anpassungsfähig sind, reicht gewöhnlich die Temperatur in unseren beheizten Wohnungen aus. (ca. 15 bis 30°C). Bei diesen Temperaturen sind alle Tillandsien zu kultivieren.
Ab Mitte Mai, wenn die Nachtfröste vorüber sind, können robuste Tillandsien ins Freie gestellt werden. Empfindlichere Arten positioniert man an einer geschützten Stelle erst Ende Mai. Ende September, wenn die Nächte kühler werden, sollten diese Tillandsien wieder ins Haus geholt werden. Robuste Arten können bis Ende Oktober im Freien verbleiben.
Licht ist für die Haltung von Tillandsien ein wichtiger Faktor. In der Wohnung sollten Tillandsien immer am Fenster gehalten werden; schon in einem Meter Entfernung vom Fenster wird die Pflanze kaum blühen und wachsen. Die Intensität des Sonnenlichts ist in den Herkunftsländer viel größer als bei uns in Mitteleuropa. Mit einer speziellen Pflanzenlampe gelingt es jedoch, Tillandsien zum Blühen zu bringen. Der Lichtwert muß allerdings 1000 Lux betragen. Beheizte oder temperierte Wintergärten sowie Blumenfenster sind dementsprechend ideale Orte für die Pflege von Tillandsien. Die einzelnen Arten stellen unterschiedliche Ansprüche an die Feuchtigkeit. Grüne, weniger beschuppte Arten kommen meist aus feuchten Gebieten und benötigen mehr Feuchtigkeit. Grauen oder fast weiß beschuppten genügt mitunter allein der Tau der Nacht, um ihren Feuchtigkeitsbedarf zu decken.
Neu erworbene Tillandsien sollte man in den ersten Wochen regelmäßig anfühlen und betrachten. Wichtig ist die Stabilität der Tillandsie. Erscheint die Punze weich und labil, verkleinert sie zudem die Oberfläche, indem sie ihre Blätter einrollt, dann fehlt ihr Feuchtigkeit. Ein oder auch mehrere warme Sommerregen wirken dann Wunder. Tillandsien sollten grundsätzlich tropfnaß besprüht werden. Dazu stellt man sie in den kalten Monaten in ein Spühlbecken (Dusch- oder Badewanne), im Sommer auf den Balkon oder auf die Terrasse, und besprüht sie von allen Seiten tropfnaß. Nach dem Ab trocknen bringt man die Pflanzen wieder an ihren Stammplatz zurück.
Bei einem dreiwöchigen Urlaub benötigen Sie zur Pflege ihrer Tillandsien keine Nachbarschaftshilfe. Stellen Sie Ihre Pflanzen geschützt ins Freie oder etwas schattig vom Fenster entfernt. Danach sollten die Pflanzen kräftig besprüht oder beregnet werden. Sehr wichtig ist auch die Wasserqualität. Sprühen Sie grundsätzlich nur mit weichem Wasser. Hartes Leitungswasser verstopft die Saugschuppen, und die Tillandsien können keine Nahrung mehr aufnehmen. Sie sind dann zum Sterben verurteilt. Zu empfehlen sind Regenwasser, abgekochtes Wasser oder Wasser mit einem Antikalkmittel, auch weiches Teich- oder Bachwasser. Saures Regenwasser ist immer noch besser als kalkhaltiges Leitungswasser. Das Wasser sollte etwa handwarm sein.
Zum Düngen empfiehlt sich Epiphytal, der Spezialdünger für Tillandsien. Er enthält Nährstoffe und Spurenelemente in einer für Tillandsien günstigen Kombination und Konzentration. Er kann sparsam verwendet werden. Epiphytal wurde von Dr. rer. nat. Ulrich BAENSCH, dem Gründer der Tetra Werke in Melle, entwickelt. Er trug die größte Bromeliensammlung der Welt zusammen und berichtet über die reichen Erfahrungen in seinem Buch "Blühende Bromelien" (Tetra Verlag GmbH). Tillandsien sollten von März bis Oktober einmal wöchentlich und von November bis Februar einmal monatlich gedüngt werden. Tillandsien darf man nicht bei Sonnenschein düngen, denn es könnten Blattschäden auftreten!