Über Guatemala

Geschichte

Lange bevor Kolumbus nach Amerika kam, erblühte die Maya-Zivilisation in der Tiefebene Guatemalas. Die Mayakultur erzielte ausserordentliche Fortschritte in der Medizin, Städteplanung, Kunst, Architektur und Astronomie. Die Fortschritte in der Astronomie bildeten die Grundlage für ihren höchstpräzisen Kalender. Sie hatten ein entwickeltes politisches System und übten eine äußerst mystische Religion aus.

Zeugnis der indianischen Geschichte legen unzählige, zum größten Teil noch nicht erfasste Maya-Ruinen ab, darunter Tikal als die wichtigste oder Cival. Ein Unzahl von Resten alter Maya-Kulturen liegt weiterhin im Verborgenen, nur die wesentlichsten Ruinenstädte wurden, vor allem mit finanzieller Hilfe aus dem Ausland freigelegt und erforscht.

Nach der Eroberung (Conquista) blieb das Land bis zum 15. September 1821 spanische Kolonie. Von 1823-1839 war Guatemala Teil der Zentralamerikanischen Konföderation. Erst 1840 entstand der unabhängige Staat Guatemala.

Die erste Zeit der jungen Republik von 1841-71 ist gekennzeichnet durch konservative Regime an der Macht, deren Hauptziele eine behutsame wirtschaftliche Modernisierung bei Beibehaltung der hierarchischen Gesellschaftsordnung der Kolonialzeit darstellten.

Mit der Oktoberrevolution 1944 und dem Sturz des damaligen Diktators Jorge Ubico 1931-1944, beginnt ein demokratisches Jahrzehnt in Guatemala. Präsident Arévalo, 1944 bis 1949, demokratisiert das Land, führt die Pressefreiheit ein und implementiert den ersten Arbeiterkodex in der Geschichte Guatemalas. Unter seinem Nachfolger Jacobo Arbenz 1950-1954 werden umfangreiche Landreformen durchgeführt. Zu dieser Zeit besitzen rund 2 % aller Großgrundbesitzer ca. 70 % des landwirtschaftlich nutzbaren Landes.

1954 wird Arbenz gestürzt und Castillo Armas wird Diktator. Innerhalb kürzester Zeit macht dieser sämtliche sozialen Reformen einschließlich der begonnenen Agrarreform rückgängig. Er wird 1957 ermordet. Ydígoras, ebenfalls aus den Reihen des guatemaltekischen Militärs, unter der Herrschaft Ubicos verantwortlich für zahlreiche Massaker und die brutale Niederschlagung verschiedener Aufstände in Guatemala, wird sein Nachfolger.

In Guatemala herrschte 36 Jahre lang ein Bürgerkrieg, der erst 1996 durch die Unterzeichnung eines Friedensvertrages formell für beendet erklärt wurde.

Der Krieg hatte bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet und über 1 Million Flüchtlinge geschaffen. Besonders durch General Efrain Ríos Montt bekam die Bekämpfung der indigenen Bevölkerung durch die Diktatur Züge eines Genozids. Ganze Landstriche wurden flächendeckend bombardiert. Allein im September 1982 wurden 9.000 Mayanachkommen ermordet.

Ohne die maßgebliche Förderung durch logistische und materielle Hilfe (Waffen getarnt als "humanitäre Hilfe") der USA wäre der Genozid in dieser Form sicher kaum möglich gewesen. Nur Jimmy Carter unterbrach diese "humanitäre Hilfe" für kurze Zeit.

Guatemala wurde im Oktober 2005 von Ausläufern des Hurrikans Stan schwer getroffen, über 1.000 Menschen kamen durch Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen ums Leben.

Geologie

Guatemala liegt in Zentralamerika auf 15° 30' Nord, 90° 15' West. Der nordöstliche Teil, El Petén, ist gering besiedeltes Tiefland mit fast durchgehendem tropischen Regenwald, im Zentrum Guatemalas liegt das Hochland mit Vulkanen bis zu 4.200 m Höhe, der schmale, flache und fruchtbare Küstenstreifen am Pazifik hat wieder durchgehend feuchttropisches Klima.

Das Hochland ist von sehr unterschiedlichen Klimazonen geprägt, so findet man hier unter anderem auch noch kleine Reste von sogenanntem Nebelwald, dem letzten Rückzugsgebiet des extrem gefährdeten Nationalvogels Guatemalas, des Quetzal. Er ist der Namensgeber für die guatemaltekische Währung.

Das Hochland ist das kulturelle und bevölkerungsreichste Zentrum Guatemalas. Hier herrscht, wegen der Lage zwischen 1.300 und 1.800 Metern über dem Meer, fast das ganze Jahr über ein mildes Klima mit Tagestemperaturen zwischen 18 und 28 Grad Celsius. In höheren Lagen kann es vor allem im Januar und Februar recht kalt werden. In einem tiefergelegenen Teil dieser Hochlandregion liegt die heutige Hauptstadt Guatemala-Stadt, mit 2,5 Mio. Einwohnern die größte Stadt des Landes. Wobei die inoffiziellen Zahlen sich schon um die 5 Mio.-Grenze drehen. Touristische Höhepunkte des Landes sind der Atitlán-See, die alte Hauptstadt Antigua Guatemala, die antike Mayastadt Tikal im Petén, der Lago Izabal mit dem Rio Dulce und Livingston an der Karibikküste, sowie einige andere sehenswerte Städte wie Quetzaltenango und Chichicastenango im Hochland

Daten

Ländername: Republik Guatemala / República de Guatemala. Der Name Guatemala (früher auch 'Goathemala' geschrieben) leitet sich vom toltekischen (Nahuatl-) Wort Cuauhtemallan ab, was soviel wie 'Erde der Bäume' bedeutet.

Klima: tropisch an den Küsten, gemäßigt im zentralen Hochland

Lage: Bevölkerungsreichster Staat Zentralamerikas, im Westen und Norden begrenzt von Mexiko, im Nordosten von Belize, schmaler Zugang zum Atlantik, im Osten begrenzt von Honduras und El Salvador, im Süden vom Pazifik

Landesfläche: 108 889 qkm

Hauptstadt: Guatemala-Stadt, ca. 2,5 Mio. Einwohner

Bevölkerung: ca. 13,01 Mio. Einwohner, ca. 40% Mayas (indígenas), ca. 58,3% Mestizen (ladinos). Rest rein europäischer oder asiatischer Abstammung, kleine schwarze (karibische) Minderheit an Atlantikküste. Wachstumsrate 2,7%.

Landessprachen: Offizielle Sprache Spanisch, daneben 23 Maya-Sprachen (Muttersprachen für 40-60% der Bevölkerung einschließlich Zweisprachler).

Religionen / Kirchen: ca. 60% römisch-katholisch, 30% protestantisch (bes. Kirchen nordamerikanischer Herkunft), Maya-Religionen

Nationalfeiertag: 15. September (Unabhängigkeitstag)

Unabhängigkeit: von spanischer Kolonialherrschaft 1821

Staatsform/Regierungsform: Republik, Präsidialverfassung