Zucht von Tillandsien
Tillandsien vermehren sich durch Samen und Sprossen (Kindel genannt). Die Vermehrung durch Samen ist für die Verbreitung und das Weitergeben sowie die Neukombination des genetischen Materials erforderlich. Eine Tillandsie kann etwa 250 bis 300 Samen und dementsprechend viele Jungpflanzen hervorbringen. Durch Sproßvermehrung hingegen entstehen maximal zehn Klone der Mutterpflanze, die man Kindel nennt. Ein Kindel benötigt sechs bis zwölf Monate, um zur blühfähigen Pflanze heranzuwachsen eine durch Samenvermehrung entstandene Jungpflanze vergleichsweise fünf bis sieben Jahre.
In Guatemala werden diese Pflanzen auf einer Gesamtfläche von ca. 60 Hektar auf Bambusregalen herangezogen. Auf Drahtgeflecht erfolgt die Kultivierung der Pflanzen. Sie kommen zum Blühen und setzen Samen an.
Nach dem Ernten der Samen wird die Pflanze auf die Seite gelegt, gedüngt und gewässert, und bald darauf wachsen die Sprossen (Kindel). Wenn die Kindel eine gewisse Größe erreicht haben, werden sie abgetrennt, auf ein Gitter gestellt, gedüngt und gewässert, bis sie die richtige Größe für den Export nach Deutschland erreicht haben.
Die Samen werden auf Anzuchtrahmen verteilt, die mit feiner Gaze bespannt sind. Zur Kultur benötigt man Gewächshäuser, da die Samen unter freiem Himmel mit Hilfe ihrer Flughaare davonfliegen würden. In den Gewächshäusern verbleiben sie, bis sie gekeimt und sich die kleinen Tillandsien auf der Gase verwurzelt haben. Anschließend werden die Pflanzen in die Kulturflächen gestellt und zweimal pikiert. Später kommen sie als Mutterpflanzen für die Kindelvermehrung zum Einsatz. Die Kulturflächen in einer Tillandsiengärtnerei befinden sich unter freiem Himmel. Sie sind mit Schattierungsmatten überspannt, um die Tillandsien vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen.